Kleine Zwiebeln, große Frühlingsfreude

Kleine Zwiebeln, große Frühlingsfreude

Wer bei Blumenzwiebeln nur an Tulpen, Narzissen und Krokusse denkt, verpasst eine ganze Welt voller kleiner Kostbarkeiten. Gerade unter den weniger bekannten Zwiebelpflanzen gibt es wunderbare Entdeckungen – und schnell kann daraus eine kleine Sammelleidenschaft werden. Denn was gibt es Schöneres, als im Herbst ein paar unscheinbare Zwiebeln in die Erde zu setzen und sich Monate später überraschen zu lassen, wenn plötzlich außergewöhnliche Blüten aus dem Boden schauen?

In unserem Gartencenter ist die Auswahl in diesem Herbst besonders spannend. Neben den Klassikern findest du beispielsweise verschiedene Wildtulpen wie die außergewöhnliche Tulipa pulchella ‘Alba Coerulea’. Sie ist ein Must have unter diesen Tulpen und besticht mit edlen weißen Blütenblättern und eine tiefblauen Blütenherz. Wildtulpen bleiben meist kleiner und wirken viel natürlicher als ihre großblumigen Verwandten. Viele eignen sich wunderbar für Steingärten und naturnahe Pflanzungen.

Ein zauberhafter Frühlingsbote ist auch der Winterling (Eranthis). Seine leuchtend gelben Blüten können sich schon sehr zeitig im Jahr zeigen. Dazu passen Schneeglöckchen besonders schön – und auch hier lohnt das Sammeln: Neben der bekannten Sorte Galanthus nivalis führen wir unter anderem das Schneeglöckchen Galanthus ‘Maximus’, das durch lange Blütenstängel und tief herabhängende reinweiße Blütenblocken auffällt, die auch noch einen zarten Duft verströmen. Pflanze solche kleinen Frühlingsboten ruhig in lockeren Gruppen unter laubabwerfende Gehölze oder an Stellen, die im Frühjahr Licht bekommen und später im Jahr etwas beschatteter sein dürfen.

Eine unserer Lieblingsentdeckungen ist die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris). Ihre glockenförmigen, schachbrettartig gezeichneten Blüten wirken beinahe wie kleine Kunstwerke. Bei uns findest du unter anderem die reizvolle Fritillaria michailovskyi, ihre Blüten sind im oberen Teil tief purpurbraun bis weinrot gefärbt, während der untere Blütenrand safrangelb erstrahlt. Auch die Innenseite der Glocken ist überwiegend gelb. Gerade das macht den Reiz einer Sammlung aus: Man beginnt mit einer Sorte – und entdeckt plötzlich, wie unterschiedlich eine einzige Pflanzengattung sein kann.

Das Schöne daran: Einen außergewöhnlichen Frühlingsgarten anzulegen, ist erstaunlich einfach. Im Herbst kommen die Zwiebeln in die Erde – als Faustregel etwa zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Besonders natürlich wirken viele kleinere Arten nicht einzeln in Reih und Glied, sondern in Gruppen und lockeren Tuffs. Wichtig ist vor allem, das Laub nach der Blüte nicht zu früh abzuschneiden. Erst wenn es von selbst vergilbt und eingezogen ist, hat die Pflanze genügend Kraft für das kommende Jahr in ihrer Zwiebel gespeichert.

Und noch etwas spricht dafür, bei der Auswahl nicht nur auf die großen, spektakulären Blüten zu schauen: Gerade die früh blühenden Arten sind für die ersten Bienen und Hummeln des Jahres interessant. An milden Tagen verlassen bereits früh im Jahr erste Wildbienen ihre Winterquartiere, und auch Hummelköniginnen gehen auf Nahrungssuche. Zu dieser Zeit ist das Blütenangebot im Garten noch überschaubar. Frühjahrsblüher können deshalb mit Pollen und Nektar zu einem vielfältigeren Nahrungsangebot beitragen.